Freitag, 2. Mai 2008
Der Sprung in den Vulkan
lilith2, 01:37h
Wenn Zenon von Kition so über den Dingen stand, warum hat er sich dann umgebracht? Wie immer man über Selbstmord urteilt, ein Akt der Gleichmut und Abgeklärtheit ist es sicher nicht. Schon gar nicht, wenn man sich in einen Vukan stürzt, wie es Zenon von Kition nachgesagt wird.
Die ganze Philosophie der Stoa hört sich gut an. So wäre es wirklich schön. Aber das, was sich gut anhört, ist nicht immer das, was der menschlichen Natur entspricht. Das Christentum mit seiner Nächstenliebe und der Kommunismus mit seiner Maxime der Gleichheit klingen verheißungsvoll. Das wars aber auch schon. Kreuzzüge und Hexenverbrennungen, Rußlands Ausrottung Andersdenkender und Kambodschas Massenmorde haben uns gezeigt, wie wenig man Verheißungen glauben darf.
Die ganzen Ideale haben kaum Gebrauchswert. Alles kann auch genau das Gegenteil bewirken. Da wird dann gern von der menschlichen Freiheit geredet, aufgrund der dann immer noch entschieden werden kann, welche Richtung eingeschlagen wird. Das mag vielleicht für den einzelnen zutreffend sein. Wenn jedoch die große Masse die andere Richtung einschlägt, hat man wenig davon. Seinen Nächsten zu lieben, während Scheiterhaufen lodern oder an einen Staat zu glauben, der Freunde in Zwangslagern verschwinden läßt, ist eine fragwürdige Sache.
Wer seinen Nächsten wirklich liebt, der will keine Scheiterhaufen. Wer an einen Staat glaubt, der will nicht, daß dieser Zwangslager unterhält. Ideale äußern sich zwangsläufig in Wollen. Oder in Nicht-Wollen. Der Verzicht auf das Wollen und auf das Nicht-Wollen bedeutet auch den Verzicht auf Ideale. Oder im Umkehrschluß: der Verzicht auf Ideale bedeutet auch den Verzicht auf den eigenen Willen.
Alles dreht sich im Kreis. Jetzt verstehe ich plötzlich, warum Zenon von Kition sich in einen Vulkan stürzte.
Die ganze Philosophie der Stoa hört sich gut an. So wäre es wirklich schön. Aber das, was sich gut anhört, ist nicht immer das, was der menschlichen Natur entspricht. Das Christentum mit seiner Nächstenliebe und der Kommunismus mit seiner Maxime der Gleichheit klingen verheißungsvoll. Das wars aber auch schon. Kreuzzüge und Hexenverbrennungen, Rußlands Ausrottung Andersdenkender und Kambodschas Massenmorde haben uns gezeigt, wie wenig man Verheißungen glauben darf.
Die ganzen Ideale haben kaum Gebrauchswert. Alles kann auch genau das Gegenteil bewirken. Da wird dann gern von der menschlichen Freiheit geredet, aufgrund der dann immer noch entschieden werden kann, welche Richtung eingeschlagen wird. Das mag vielleicht für den einzelnen zutreffend sein. Wenn jedoch die große Masse die andere Richtung einschlägt, hat man wenig davon. Seinen Nächsten zu lieben, während Scheiterhaufen lodern oder an einen Staat zu glauben, der Freunde in Zwangslagern verschwinden läßt, ist eine fragwürdige Sache.
Wer seinen Nächsten wirklich liebt, der will keine Scheiterhaufen. Wer an einen Staat glaubt, der will nicht, daß dieser Zwangslager unterhält. Ideale äußern sich zwangsläufig in Wollen. Oder in Nicht-Wollen. Der Verzicht auf das Wollen und auf das Nicht-Wollen bedeutet auch den Verzicht auf Ideale. Oder im Umkehrschluß: der Verzicht auf Ideale bedeutet auch den Verzicht auf den eigenen Willen.
Alles dreht sich im Kreis. Jetzt verstehe ich plötzlich, warum Zenon von Kition sich in einen Vulkan stürzte.
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