Donnerstag, 25. September 2008
Paulo Coelho, Clarissa Pinkola Estés, Ignatianische Exerzitien, Delphine, die Vorsokratiker, und Fleisch ist mein Gemüse
lilith2, 02:30h
Der Urlaub ist nun zuende. Entgegen meiner Zeit in der ich arbeite, bin ich endlich auch mal zum Lesen gekommen. Eine Woche vor dem Urlaub habe ich an Ignatianischen Exerzitien teilgenommen. Ich habe Delphine und Wale gesehen und war in einem Vulkaninneren.
Viel auf einmal. In den Ignatianischen Einzelexerzitien geht es um die Frage „Was ist Gottes Wille“. Mein Thema war dabei das Leiden an der Ungerechtigkeit und Armut, mit der ich in meinem Beruf sehr viel zu tun habe. Und der Sehnsucht nach Mitstreitern im Kampf für Veränderungen. Eine Sehnsucht, die nicht erfüllt wird.
In Paulo Coelhos „Der Alchemist“ geht es um die Suche nach dem eigenen Schatz, nach der Verwirklichung des jedem innewohnenden ureigenen Traums.
Bei den Vorsokratikern geht es um die Frage nach dem Ursprung der Welt und der Gesetzmäßigkeit des Kosmos. Und der spannenden Frage nach unserer Rolle in dem Ganzen. Eine Frage, die heute keinen mehr interessiert obwohl die Frage immer noch nicht beantwortet wurde (Wasserstoff – ja gut, aber wo kommt der her und warum gerade der??)
Clarissa Pinkola Estés schreibt in ihrem Buch „Die Wolfsfrau“ über die „wilde“ Frau, die Frau, die noch Instinkte hat und die kämpft, wenn es sein muß. Die die Destruktivität des Bravseins erkannt hat. Und die Destruktivität der gelebten Lüge.
Die Delphine sind ein Sinnbild des Lebens und der Lust an der Freiheit.
„Fleisch ist mein Gemüse“ ist das Buch eines Tanzmusikers, der genau wie ich aus Harburg kommt und ungefähr in meinem Alter ist. Eine Kindheit in der tiefsten Provinz, in der alles auf später verschoben wird und nichts zu spüren ist von den leistungsorientierten Jugendlichen, die schon mit 20 ihren ersten Bausparvertrag ausgezahlt bekommen und mit 25 im Chefsessel sitzen. Ganz anders als der Protagonist im Buch – ein Vertrödeln der Zeit, immer das Falsche zum falschen Augenblick und oft auf der Seite der Belächelten. Kommt mir bekannt vor, auch wenn es jede Menge biographische Unterschiede zum mir gibt.
Kann man aus diesem Konglomerat irgendetwas Sinnvolles herausziehen? Auf jeden Fall! Ich habe jetzt einen Hauch von einer Ahnung davon bekommen, in welche Richtung mein Weg gehen könnte. Ich gehöre nicht zu den Leuten, denen es völlig ausreicht, mit ihrer Arbeit einfach nur Geld zu verdienen. Ich habe mit Menschen zu tun, die am Rande der Gesellschaft stehen und ich möchte daran etwas verändern. Ich möchte nicht aufspringen auf den Zug der Businessmentalität, die rücksichtslos alles, aber auch wirklich alles in markwirtschaftliche Kriterien preßt.
„Selig sind die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Sie sollen satt werden“. . Auch ich möchte satt werden. Und ich weiß jetzt, daß mein Weg nur in diese Richtung gehen kann. Und obwohl ich keine Mitstreiter habe, scheint es mir, als wäre ich nicht wirklich allein. Irgendetwas stärkt mir den Rücken.
Und so wie Clarissa Estés Buch von der Wichtigkeit der Instinkte schreibt, so möchte ich jetzt meine Instinkte nicht mehr verdrängen. Instinkte, die mich davor warnen mit Menschen zusammen zu sein, die ihre Meinung nach dem Wind drehen und deren einziges Kriterium die Wirkung auf die anderen ist. Eine Meinung, zu der man nicht steht ist einen Dreck wert. Besser, gleich den Mund zu halten. Für sich werben, sich gut verkaufen, einen guten Eindruck machen. Ein für alle Mal: NEIN DANKE!
Die Sehnsucht nach den Dingen, die hinter dem für uns Sichtbarem stecken. Die Sehnsucht, nicht nur auf Dasjenige begrenzt zu sein, was wir vordergründig wahrnehmen. Eine Ahnung davon haben, daß wir so lächerlich klein und unbedeutend sind, daß das es unmöglich ist, daß dies alles sein soll.
Die Akzeptanz der eigenen Biographie. Die zwar vielversprechend anfing, aber dann in eine entsetzlich lange Sackgasse geriet. Dunkel und eng. Die Sackgasse, mit der ich mich fast schon angefreundet hatte, weil es anscheinend gar keinen normalen Weg mehr gab. Und aus der ich trotzdem herausfand. Das ganz normale Licht und die ganz normale Weite sind für mich Wunder und Quellen des Glücks. Ich hätte gern eine einfachere Jugend gehabt. Aber dann hätten sich mir nicht die jetzigen Weiten eröffnet. Ich jetzt hatte das Glück, Delphine zu sehen. Tiere, die elegant durchs Wasser preschen und verspielte Sprünge machen und die oftmals die Nähe zu Menschen suchen. Und die irgendein Geheimnis bergen in einer Welt, in der es kaum noch Geheimnisse gibt.
Nichts ist Zufall
Viel auf einmal. In den Ignatianischen Einzelexerzitien geht es um die Frage „Was ist Gottes Wille“. Mein Thema war dabei das Leiden an der Ungerechtigkeit und Armut, mit der ich in meinem Beruf sehr viel zu tun habe. Und der Sehnsucht nach Mitstreitern im Kampf für Veränderungen. Eine Sehnsucht, die nicht erfüllt wird.
In Paulo Coelhos „Der Alchemist“ geht es um die Suche nach dem eigenen Schatz, nach der Verwirklichung des jedem innewohnenden ureigenen Traums.
Bei den Vorsokratikern geht es um die Frage nach dem Ursprung der Welt und der Gesetzmäßigkeit des Kosmos. Und der spannenden Frage nach unserer Rolle in dem Ganzen. Eine Frage, die heute keinen mehr interessiert obwohl die Frage immer noch nicht beantwortet wurde (Wasserstoff – ja gut, aber wo kommt der her und warum gerade der??)
Clarissa Pinkola Estés schreibt in ihrem Buch „Die Wolfsfrau“ über die „wilde“ Frau, die Frau, die noch Instinkte hat und die kämpft, wenn es sein muß. Die die Destruktivität des Bravseins erkannt hat. Und die Destruktivität der gelebten Lüge.
Die Delphine sind ein Sinnbild des Lebens und der Lust an der Freiheit.
„Fleisch ist mein Gemüse“ ist das Buch eines Tanzmusikers, der genau wie ich aus Harburg kommt und ungefähr in meinem Alter ist. Eine Kindheit in der tiefsten Provinz, in der alles auf später verschoben wird und nichts zu spüren ist von den leistungsorientierten Jugendlichen, die schon mit 20 ihren ersten Bausparvertrag ausgezahlt bekommen und mit 25 im Chefsessel sitzen. Ganz anders als der Protagonist im Buch – ein Vertrödeln der Zeit, immer das Falsche zum falschen Augenblick und oft auf der Seite der Belächelten. Kommt mir bekannt vor, auch wenn es jede Menge biographische Unterschiede zum mir gibt.
Kann man aus diesem Konglomerat irgendetwas Sinnvolles herausziehen? Auf jeden Fall! Ich habe jetzt einen Hauch von einer Ahnung davon bekommen, in welche Richtung mein Weg gehen könnte. Ich gehöre nicht zu den Leuten, denen es völlig ausreicht, mit ihrer Arbeit einfach nur Geld zu verdienen. Ich habe mit Menschen zu tun, die am Rande der Gesellschaft stehen und ich möchte daran etwas verändern. Ich möchte nicht aufspringen auf den Zug der Businessmentalität, die rücksichtslos alles, aber auch wirklich alles in markwirtschaftliche Kriterien preßt.
„Selig sind die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Sie sollen satt werden“. . Auch ich möchte satt werden. Und ich weiß jetzt, daß mein Weg nur in diese Richtung gehen kann. Und obwohl ich keine Mitstreiter habe, scheint es mir, als wäre ich nicht wirklich allein. Irgendetwas stärkt mir den Rücken.
Und so wie Clarissa Estés Buch von der Wichtigkeit der Instinkte schreibt, so möchte ich jetzt meine Instinkte nicht mehr verdrängen. Instinkte, die mich davor warnen mit Menschen zusammen zu sein, die ihre Meinung nach dem Wind drehen und deren einziges Kriterium die Wirkung auf die anderen ist. Eine Meinung, zu der man nicht steht ist einen Dreck wert. Besser, gleich den Mund zu halten. Für sich werben, sich gut verkaufen, einen guten Eindruck machen. Ein für alle Mal: NEIN DANKE!
Die Sehnsucht nach den Dingen, die hinter dem für uns Sichtbarem stecken. Die Sehnsucht, nicht nur auf Dasjenige begrenzt zu sein, was wir vordergründig wahrnehmen. Eine Ahnung davon haben, daß wir so lächerlich klein und unbedeutend sind, daß das es unmöglich ist, daß dies alles sein soll.
Die Akzeptanz der eigenen Biographie. Die zwar vielversprechend anfing, aber dann in eine entsetzlich lange Sackgasse geriet. Dunkel und eng. Die Sackgasse, mit der ich mich fast schon angefreundet hatte, weil es anscheinend gar keinen normalen Weg mehr gab. Und aus der ich trotzdem herausfand. Das ganz normale Licht und die ganz normale Weite sind für mich Wunder und Quellen des Glücks. Ich hätte gern eine einfachere Jugend gehabt. Aber dann hätten sich mir nicht die jetzigen Weiten eröffnet. Ich jetzt hatte das Glück, Delphine zu sehen. Tiere, die elegant durchs Wasser preschen und verspielte Sprünge machen und die oftmals die Nähe zu Menschen suchen. Und die irgendein Geheimnis bergen in einer Welt, in der es kaum noch Geheimnisse gibt.
Nichts ist Zufall
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