Freitag, 25. April 2008
November
lilith2, 13:29h
Das Licht erlischt.
Die Nacht wird lang, es wachsen die Schatten,
Der Wald wird kahl, leer werden die Matten.
Wir essen Asche, ins tägliche Brot gemischt. -
Das Licht erlischt.
Das Licht ist tot.
Still sind die einst so fröhlichen Gassen,
Wieviel haben uns auf immer verlassen,
Die am Tisch mit uns saßen, mit uns brachen das Brot! -
Das Licht ist tot.
Das Herz ist schwer.
Wo sind, die vor uns dahingegangen?
Das Licht am HImmel wird neu erprangen,
Die toten Menschen kommen nie mehr, - nie mehr. -
Das Herz ist schwer.
Ricarda Huch (1864- 1947)
Die Nacht wird lang, es wachsen die Schatten,
Der Wald wird kahl, leer werden die Matten.
Wir essen Asche, ins tägliche Brot gemischt. -
Das Licht erlischt.
Das Licht ist tot.
Still sind die einst so fröhlichen Gassen,
Wieviel haben uns auf immer verlassen,
Die am Tisch mit uns saßen, mit uns brachen das Brot! -
Das Licht ist tot.
Das Herz ist schwer.
Wo sind, die vor uns dahingegangen?
Das Licht am HImmel wird neu erprangen,
Die toten Menschen kommen nie mehr, - nie mehr. -
Das Herz ist schwer.
Ricarda Huch (1864- 1947)
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Mittwoch, 13. Februar 2008
Requiem
lilith2, 02:46h
Requiem
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß sie nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und in den heiligen Gluten,
Die den Armen die Liebe schürt,
Atmen sie auf un erwarmen,
Und genießen zum letzten Mal
Ihr verglimmendes Leben.
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und wenn du dich erkaltend
Ihnen verschließest, ertarren sie
Bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
Dem sie, zusammengekrampft in sich,
Trotzten im Schoße der Liebe,
Und er jagt sie mit Ungestüm
Durch die unendliche Wüste hin,
Wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
Losgelassener Kräfte
Um erneuertes Sein!
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Friedrich Hebbel (1813 – 1863)
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß sie nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und in den heiligen Gluten,
Die den Armen die Liebe schürt,
Atmen sie auf un erwarmen,
Und genießen zum letzten Mal
Ihr verglimmendes Leben.
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und wenn du dich erkaltend
Ihnen verschließest, ertarren sie
Bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
Dem sie, zusammengekrampft in sich,
Trotzten im Schoße der Liebe,
Und er jagt sie mit Ungestüm
Durch die unendliche Wüste hin,
Wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
Losgelassener Kräfte
Um erneuertes Sein!
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Friedrich Hebbel (1813 – 1863)
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Freitag, 8. Februar 2008
Die Frau......
lilith2, 01:17h
Die Frau ist vollendet.
Ihr toter Körper trägt das
Lächeln des Erreichten.
Der Anschein einer griechischen Notwendigkeit
fließt in den Schnörkeln ihrer Toga.
Ihre bloßen Füsse scheinen zu sagen:
Wir kamen bis hierher, es ist vorbei.
Der Mond start aus seiner Knochenkapuze.
Er hat keinen Grund zur Trauer.
Er ist dergleichen gewohnt.
Seine schwarzen Hüllen knistern und schlurfen.
Sylvia Plath (1932 -1962)
Ihr toter Körper trägt das
Lächeln des Erreichten.
Der Anschein einer griechischen Notwendigkeit
fließt in den Schnörkeln ihrer Toga.
Ihre bloßen Füsse scheinen zu sagen:
Wir kamen bis hierher, es ist vorbei.
Der Mond start aus seiner Knochenkapuze.
Er hat keinen Grund zur Trauer.
Er ist dergleichen gewohnt.
Seine schwarzen Hüllen knistern und schlurfen.
Sylvia Plath (1932 -1962)
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