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Mittwoch, 13. Februar 2008
Dichten und Denken
lilith2, 03:14h
Das Dichten des Dichters, sucht wie kein anderes sein Echo im Denken. Aber das dichtend Gesagte ist niemals das Gleiche wie das denkend Gesagte. Aber das eine und das andere kann in verschiedenen Weisen dasselbe sagen. Es geschieht, so oft das Dichten ein hohes und das Denken ein tiefes ist.
Martin Heidegger
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Wenn es also nur noch flaches Denken gibt und niedriges Dichten, dann ist es auch kein Echo des Denkens mehr. Denken als Echo von Poesie. Was geschieht dann in einer poesielosen Zeit?
Martin Heidegger
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Wenn es also nur noch flaches Denken gibt und niedriges Dichten, dann ist es auch kein Echo des Denkens mehr. Denken als Echo von Poesie. Was geschieht dann in einer poesielosen Zeit?
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Manuskript des Mitternachtslieds
lilith2, 02:49h
Oh Mensch, gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefen Traum bin ich erwacht: -
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust - tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
- will tiefe, tiefe Ewigkeit!"
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefen Traum bin ich erwacht: -
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust - tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
- will tiefe, tiefe Ewigkeit!"
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)
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Requiem
lilith2, 02:46h
Requiem
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß sie nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und in den heiligen Gluten,
Die den Armen die Liebe schürt,
Atmen sie auf un erwarmen,
Und genießen zum letzten Mal
Ihr verglimmendes Leben.
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und wenn du dich erkaltend
Ihnen verschließest, ertarren sie
Bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
Dem sie, zusammengekrampft in sich,
Trotzten im Schoße der Liebe,
Und er jagt sie mit Ungestüm
Durch die unendliche Wüste hin,
Wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
Losgelassener Kräfte
Um erneuertes Sein!
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Friedrich Hebbel (1813 – 1863)
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß sie nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und in den heiligen Gluten,
Die den Armen die Liebe schürt,
Atmen sie auf un erwarmen,
Und genießen zum letzten Mal
Ihr verglimmendes Leben.
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und wenn du dich erkaltend
Ihnen verschließest, ertarren sie
Bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
Dem sie, zusammengekrampft in sich,
Trotzten im Schoße der Liebe,
Und er jagt sie mit Ungestüm
Durch die unendliche Wüste hin,
Wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
Losgelassener Kräfte
Um erneuertes Sein!
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!
Friedrich Hebbel (1813 – 1863)
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