Freitag, 22. Februar 2008
Das war nicht mein Stern
Leise entgleitet mir das Leben; ich fühle es.
Ich sterbe nicht im Taumel, in Unklarheit.
Wie sehne ich mich schon danach,
wie verlangend schlägt mein Herz
auf seinen letzten Schlag zu, wie erfaßt mich
Heiterkeit am Ende

Ich fühle, es wird mir leichter werden, aber ein
unbestimmter Schmerz sitzt noch in mir. Ich glaube,
ich bin mit ihm geboren, und er hat keinen anderen
Grund als mich.
Ich glaube, es war der Schmerz des Benachteiligten,
der noch das Glück verbittert....

Das war nicht mein Stern, dieser.

Reinhard Goering (1887 - 1936), tötete sich selbst

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Nicht gleich der ganze Stern
Eines meiner Lieblingsgedichte. Aber jetzt sehe ich es doch etwas differenzierter. Es ist in meinem Fall vielleicht doch nicht gleich der ganze Stern, auf den ich nicht gehöre. Es gibt gewisse Gruppen von Menschen, von denen ich sagen könnte "das ist nicht meine Gesellschaft".

Bisher habe ich dies immer als ein Versagen meinerseits aufgefaßt. Jetzt sehe ich es das erste Mal als etwas Positives - ich passe nicht zu Menschen, die vorgeben, etwas anderes zu sein, als sie tatsächlich sind. Ich passe nicht zu Menschen, die ihr Fähnlein nach dem Wind drehen. Ich passe nicht zu Menschen, deren einziger Lebenssinn das Private ist.

Ich passe nicht zu denen - und das ist gut so. Und das soll auch so und nicht anders sein. Das erste Mal kann ich bei dieser Einsicht erleichtert aufatmen.

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Seelenzwilling
Es gibt wohl kein anderes Gedicht, daß mich so tief mitten ins Herz trifft wie dies hier. In dem ich meine Gefühle so wieder erkenne.

Manchmal wünschte ich mir, es wäre tatsächlich möglich, Kontakt zu Toten aufzunehmen. Ich möchte Reinhard Goering schon seit langem soviel fragen ...

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